Die EZB hat den Einlagensatz in drei Schritten gesenkt — und die Renditekurve hat sich zum ersten Mal seit Jahren wieder normalisiert. Was heißt das für Anleger, die auf planbare Erträge setzen?
Wer 2023 und 2024 Anleihen gekauft hat, wurde für Geduld belohnt: hohe Kupons, sinkende Renditen, steigende Kurse. 2026 ist die Lage differenzierter. Die kurzen Laufzeiten rentieren wieder unter den langen — die Kurve ist normal. Für Neuanleger bedeutet das: Der Zins, den Sie heute sichern, hängt stärker denn je von der gewählten Laufzeit ab.
Der EZB-Einlagensatz liegt aktuell bei 2,15 Prozent, die zehnjährige Bundesanleihe rentiert um 2,6 Prozent. Unternehmensanleihen guter Bonität zahlen je nach Laufzeit zwischen 3,2 und 3,8 Prozent. Die Aufschläge für Kreditrisiko sind moderat — der Markt preist keine Rezession, aber auch keinen Boom.
Die wichtigste Entscheidung 2026 ist nicht, ob man Anleihen kauft — sondern für wie lange man sich den heutigen Zins sichert.
Wir konzentrieren uns unverändert auf Emittenten mit Investment-Grade-Rating und Endfälligkeiten bis 2030. Wer Kupons bis zur Fälligkeit hält, macht sich von Kursschwankungen unabhängig — die Rendite steht am Kauftag fest. Genau diese Planbarkeit ist es, die Anleihen im Portfolio neben Festgeld so wertvoll macht.
Für die Praxis heißt das: Eine Kombination aus Festgeld-Staffeln (12 bis 48 Monate) und Anleihen mittlerer Laufzeit deckt die meisten Anlageziele ab — mit einem gewichteten Zins von gut 3,3 Prozent bei voller Planbarkeit.